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Samstag, 28. November 2009, 08:35 Uhr

Radio – Fernsehen – Kino damals und heute

Eigentlich ein fast unerschöpfliches Thema und wenn man sich die heutigen Mdien anschaut, gibt es wohl keine Grenzen mehr im Zeitalter der Satelliten.
Kino hat für mich im Kindesalter eine große Rolle gespielt, zumal wir erst sehr spät einen Fernseher hatten. An meinen ersten Kinobesuch kann ich mich noch wie heute erinner. 3 Jahre war ich alt, als ich in der Kindervorstellung den DEFA-Märchenfilm "Das kalte Herz" mit Erwin Geschoneck als Holländermichel gesehen habe. War wohl nicht so der richtige Einstiegsfilm, denn ich weiß immer noch wie ich mich gefürchtet habe.
Später im Schulalter war ich Dauergast im Kino, zum Einen, weil ich direkt danaben wohnte und zum Anderen hatte ich da einen kleinen Job: ich durfte sonntags in der 10-Uhr-Kindervorstellung die Karten abreißen und bekam dafür Freikarten für alle Filme.
Heute hält mich eher der innere Schweinehund daheim am Pantoffelkino fest, die Bequemlichkeit siegt in einer Zeit, in der man alles freihaus haben kann und ein Kinobesuch nicht mehr zu den besonderheiten zählt.

Ähnlich ist es mit dem Fernsehen. Unser erster Fernseher hielt 1967 Einzug daheim. Das war ein richtiges Highlight. Kann mich noch gut erinnern, wie der Vater auf dem Dach rumturnte, um die beste Antennenstellung zu erkunden und lautstark durch Fenster oder Treppenhaus Signal über das Fernsehbild gegeben wurde. Ein Programm gab es und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Es ging nicht morgens schon los und die Nacht durch. Irgendwann abends, ich weiß gar nicht mehr wann, kam das Testbild und Ruhe war. Genauso über Mittag.
Aber Oma hatte einen Fernseher schon ein paar Jahre vorher. Dort verbrachte ich meine Wochenenden und da gabs ein richtiges Fernsehanguckritual: erst Badewanne, dann Abendessen, Nachthemnd anziehen und danach durfte ich aufbleiben solange ich wollte und die Samstagabendunterhaltung anschauen "Da lacht der Bär". Kennt das noch jemand? Aber die Oma war clever, denn sie wusste genau, dass das mit dem "solange ich will" nicht klappt. Wer kann schon die Augen offen halten, wenn Kind den ganzen Tag draußen war, auf Bäume geklettert und durch den Wald gestromert ist, dann die warme badewanne und einen volen Bauch? nach einer halben Stunde Flimmerkiste war ich meist schon im Traumland. Aber es gab Samstag 14 Uhr die "Flimmerstunde" - Professor Flimmrich zeigte einen Kinderfilm und es gab "Zu Besuch im Märchenland" mit Meister Nadelöhr, Pittiplatsch und Schnatterinchen und natürlich abends das Sandmännchen. Sonntag 10 Uhr wurde noch "Mach mit, machs nach, machs besser" geguckt, eine Kindersportsendung, und das wars dann für die ganze Woche. Ihr merkt schon, ich komme ins Schwärmen. Fernsehen war etwas besonderes, man konnte sich die ganze Woche auf diese beiden Tage freuen und in den Ferien gabs keine Sendepause über Mittag, sondern da gabs einen Kinderfilm.
Später kam ein 2. Programm dazu, allerdings war hier hinter dem Felsen der Empfang eher schlecht als recht. Geboomt hat das Fernsehen hier in den 80ern. Es wurde in Gemeinschaftsarbeit Kabel verlegt und man konnte ganz offiziell Wetsfernsehn schauen und da wurde natürlich anfangs geschaut was das Zeug hielt. Einige hatten das Westfernsehen ja schon vorher heimlich, an guten Empfangsorten ging das. Bei uns nur dann, wenn draußen richtiger, dicker nebel war. Da kam eine lange Metallstange als Antenne auf die Bodentreppe und wir konnten für kurze Zeit eher schemenhaft über den zaun schauen :-).
Heute ist es alltäglich, man wird regelrecht überflutet mit Filmen und vor allem mit viel Müll. Die Anzahl der Programme kann man schon nicht mehr zählen und meist ist es so, dass interessante Sendungen parallel laufen oder auf keinem Programm was Gutes läuft. Sendepausen gibt es auch keine mehr und wenn grade mal nicht der Film kommt, den man sehen möchte, schiebt man eine DVD ein. Die Vorfreude ist weg, man kann alles zu jedem Zeitpunkt haben.

Aber viel Radio gab es bei uns seidem ich denken kann. Eis von diesen Teilen stand im Wohnzimmer und später gabs dann auch ein richtiges Kofferradio :-) wie hier in der oberen Reihe. Diese Edelteile hab ich in einem kleinen Rundfunkgeschäft gefunden.



Jeden Vormittag lief das "Butzemannhaus", mal mit Bauer Lindemann, mal mit Käptn Briese und wie sie alle hießen. Schon erstaunlich, dass ich mich da nach 50 Jahren noch so gut erinnern kann. Aber eben gerade deshalb, weil es nicht alltäglich war.
Und das beste war dann abends. Wenn die kleine Schwester ins Bett musste, hockte ich mit Mutti da und wir haben Hörspiel gehört, jeden Abend und jeder mit dem Strickzeug, oder ich mit dem Klöppelsack und besonders schön war es in der Adventszeit. Da wurden dann die Plätzchen "angeputzt", die tagsüber gebacken wurden.

Kommentare:

Elke (Mainzauber), Samstag, 28. November 2009, 18:38 Uhr

Spannend sind ja bei diesem Projekt die Erinnerungen
a) von Leuten unterschiedlichen Alters
b) die Erinnerungen von Ossis und Wessis.
Es war interessant deine Erinnerungen zu lesen.
Lieben Gruß
Elke

 
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